Babygebärden & Babyzeichensprache im Alltag: Warum es kein Zaubertrick ist

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Gebärden mit Babys – kein schneller Trick, sondern etwas, das im Alltag wächst

Wenn ich mich mit Babygebärden beschäftige, stoße ich oft auf Sätze wie:
„Verstehe dein Baby im Handumdrehen.“ oder
„Mit Gebärden kann dein Baby dir zeigen, was es möchte.“

Solche Formulierungen lassen es manchmal sehr einfach wirken.
Im Alltag mit Kindern ist es aus meiner Erfahrung eher ein Prozess, der Schritt für Schritt wächst.

Warum ich überhaupt mit Gebärden begonnen habe

Als ich angefangen habe, Gebärden mit Ben zu nutzen, hatte ich gar nicht das Ziel, dass er möglichst schnell alles zeigen kann, was er denkt oder möchte.

Der Auslöser war ein anderer: Bewegungslieder begleitet man ja schon immer mit Gesten. Sie machen die Lieder lebendiger und helfen Kindern (und auch uns Erwachsenen), sich den Text besser zu merken.

Für mich war es deshalb ganz logisch, diesen Gedanken weiterzuführen – und statt ausgedachter Bewegungen einfach Gebärden zu nutzen, beim Spielen, beim Anschauen von Bilderbüchern oder beim Singen. Dadurch wurde vieles noch einmal lebendiger.

Ganz nebenbei ist dann etwas Schönes passiert: Ich habe gemerkt, dass ich mich Ben bewusster zuwende, langsamer spreche und Situationen stärker gemeinsam gestalte.

Dass Ben später selbst begonnen hat, Gebärden zu zeigen, war dann eher eine schöne Folge davon – nicht das eigentliche Ziel.

Welche Gebärden?

Am Anfang habe ich mit wenigen Gebärden begonnen. Mit der Zeit sind immer mehr dazugekommen – einfach, weil sich unser Alltag verändert hat und damit auch Bens Interessen.

Als er mehr am Familienleben teilgenommen hat, kamen Gebärden rund ums Essen dazu. Beim Anschauen von Bilderbüchern haben wir viele Gebärden für Tiere oder Fahrzeuge genutzt. Und auch draußen unterwegs sind immer wieder neue Gebärden dazugekommen – je nachdem, was uns gerade begegnet ist.

Ich habe gemerkt, dass sich die Gebärden ganz von selbst erweitern, wenn man sie in den Alltag einbindet.

Oft habe ich auch passende Lieder dazu gesungen, gerne Volkslieder, die wir mit Gebärden begleitet haben. So haben sich Sprache, Bewegung und gemeinsame Erlebnisse gut miteinander verbunden.

Für mich ist das gut vergleichbar mit der Lautsprache: Auch dort wächst der Wortschatz Schritt für Schritt.

Gebärden im Alltag brauchen Zeit

Ich habe gelernt, dass Gebärden im Alltag vor allem eines brauchen: dass ich sie immer wieder zeige.

Beim Essen, beim Spielen, beim Singen oder unterwegs beim Spaziergang.

Nicht perfekt und nicht in jeder Situation – aber immer wieder. Es ist kein „einmal zeigen und dann kann Ben es“, sondern eher etwas, das sich langsam aufbaut. Manchmal zeigt Ben lange nichts zurück, obwohl ich schon viele Gebärden nutze. Auch das gehört dazu.

Die besonderen Momente

Ich habe erlebt, dass Ben aufgeregt zeigt, dass  er LICHT sieht, dass er sein KUSCHELTIER sucht oder dass eine Deko-Figur einen HUT trägt.

Solche Momente waren für mich Motivation, weiterzumachen und immer mehr Gebärden in unseren Alltag einzubauen. Es macht einfach Freude zu sehen, wie er kleine Dinge zeigt, mitteilt und so aktiv an unserer gemeinsamen Zeit teilnimmt.

Für mich sind das keine „Ergebnisse“, sondern echte Zeichen dafür, dass wir miteinander im Austausch sind – und dass Gebärden unseren Alltag noch lebendiger und bewusster machen.

Worum es mir geht

Gebärden sind für mich kein schneller, einfacher Trick, mit dem Kinder plötzlich alles sagen können.
Ich erlebe sie eher als eine Möglichkeit, Kommunikation im Alltag bewusster zu gestalten und gemeinsam zu entwickeln.
Und ja – es braucht Ausdauer, immer wieder daran zu denken und Gebärden einzubauen.

Aber ich finde, es lohnt sich.

Mini-Input
Damit du dran bleibst, habe ich die >> Mini-Input-Serie entwickelt: Einmal pro Woche bekommst du eine kleine Inspiration und einen sanften Reminder rund um Kindergebärden. Kurz, alltagstauglich und direkt umsetzbar – perfekt für zwischendurch 😊

Kindergebärden machen Spaß!
Herzliche Grüße schickt dir
Birgit Butz

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