Babygebärden & Babyzeichensprache – die häufigsten Fragen

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Was bedeutet eigentlich „Kindergebärden“?
Diesen Begriff habe ich vor mehr als 20 Jahren geprägt. Er sagt ganz einfach: Es sind Gebärden aus der Deutschen Gebärdensprache, die ich so zeige und erkläre, dass Kinder sie verstehen und gerne selbst gebärden. Inzwischen nutzen viele den Begriff – darüber freue ich mich sehr. Er steht für etwas Einfaches: Gebärden, die das Miteinander bereichern.

Kindergebärden – oft auch Babyzeichensprache oder Babygebärden genannt – helfen Babys und Kleinkindern, sich schon vor dem Sprechen mitzuteilen. Auf dieser Seite findest du Antworten auf häufige Fragen rund um Kindergebärden und lautsprachunterstützende Gebärden.


Inhalt

Fragen von Allen

Fragen von Kita-Fachkräften


Fragen von Allen

Für wen sind Kindergebärden geeignet?

Kindergebärden sind für Babys, Kleinkinder und Kinder geeignet – sowohl in der Familie als auch in Kita oder Krippe. Sie unterstützen alle Kinder in ihrer frühen Kommunikation, unabhängig davon, ob ein Förderbedarf besteht oder nicht.

Stammen die Gebärden aus der Deutschen Gebärdensprache?

Ja. Alle Gebärden, die auf dieser Seite und in meinen Büchern gezeigt werden, stammen aus der Deutschen Gebärdensprache (DGS). Sie werden nicht vereinfacht und nicht erfunden.

Was bedeuten die Begriffe LBG, LUG, GuK, DGS?

Deutsche Gebärdensprache (DGS): Die eigenständige Sprache gehörloser Menschen. Daraus stammen die Gebärden, die ich verwende.

Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG): Jedes gesprochene Wort wird gleichzeitig gebärdet.

Lautsprachunterstützende Gebärden (LUG): Nur das wichtigste Wort eines Satzes wird gebärdet – das reicht für das Verständnis im Alltag.

Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK): Vereinfachte Gebärden für Kinder mit eingeschränkter Motorik – entspricht nicht der DGS.

Gibt es regionale Unterschiede bei den Gebärden?

Ja, genau wie bei der gesprochenen Sprache gibt es auch bei Gebärden regionale Unterschiede. Das ist kein Fehler, sondern Teil unserer Vielfalt. Ich wähle jeweils die besonders bildhafte und verständliche Variante aus – andere Varianten werden genauso verstanden.

Verzögern Gebärden das Sprechen?

Nein. Studien zeigen, dass begleitende Gebärden die Sprachentwicklung sogar fördern. Das Kind versteht Sprache besser und kann sich früher ausdrücken. Sobald Kinder sprechen können, nutzen sie Worte von allein.

Ab wann kann ich anfangen?

Schon ab etwa sechs Monaten – sobald dein Baby gezielt Blickkontakt aufnimmt und sich für Handbewegungen interessiert. Gebe dir selbst Zeit, dich daran zu gewöhnen. Es braucht keine Eile.

Mit welchen Gebärden beginne ich?

Starte mit drei bis fünf wichtigen Gebärden aus deinem Alltag – zum Beispiel Essen, Trinken, Mehr. Weniger ist mehr. Wiederhole sie immer beim Sprechen. Empfehlenswert sind auch Gebärden wie Musik, Licht an/aus und Noch einmal.

Wann zeigt mein Kind die ersten Gebärden?

Ab etwa dem siebenten Lebensmonat beginnen viele Babys, den Zusammenhang zu verstehen. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Es gibt keinen festen Zeitpunkt.

Überfordere ich mein Kind?

Nein. Wir sprechen von Geburt an mit unserem Kind – niemand denkt, dass wir es damit überfordern. Eine Gebärde zeigt zusätzlich, welches Wort gerade wichtig ist.

Muss ich perfekt gebärden können?

Nein. Perfektion ist nicht notwendig. Zeige die Gebärde einfach beim Sprechen – mit Freude und regelmäßig. Der Rest ergibt sich mit der Zeit.

Wo finde ich weitere Gebärden?

In meinem Newsletter, in meinen Büchern sowie in öffentlichen Datenbanken wie Spreadthesign. Alle Gebärden stammen aus der Deutschen Gebärdensprache.

Was, wenn ein Kind nicht gebärdet?

Dann ist das völlig in Ordnung. Gebärden sind ein Angebot, keine Pflicht. Viele Kinder verstehen sie zuerst, bevor sie sie selbst verwenden. Andere gebärden nie, verstehen aber trotzdem alles. Hauptsache, du gebärdest freudig mit.

Gelten die Gebärden auch in Österreich und der Schweiz?

Meine Gebärden basieren auf der Deutschen Gebärdensprache und gelten für Deutschland. In Österreich gilt die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS), in der Schweiz die Deutsch-Schweizerische Gebärdensprache (DSGS). Einzelne Gebärden unterscheiden sich. Die Konzepte lassen sich überall nutzen – für die konkreten Gebärden empfehle ich in anderen Ländern die jeweils landesübliche Gebärdensprache.

Wo liegt der Unterschied zu anderen Anbietern?

Ich kann und möchte nicht beurteilen, was andere Anbieter besser oder schlechter machen. Ich kann nur sagen, was meine Arbeit auszeichnet:

  • Meine Kindergebärden basieren auf der Deutschen Gebärdensprache – ich vereinfache keine Gebärden und erfinde keine eigenen.
  • Ich erkläre offen, wo Begriffe herkommen und worin Unterschiede bestehen.
  • Bei mir steht das gemeinsame Erleben und die Freude im Mittelpunkt – nicht das Lernen von Gebärden als Pflichtprogramm.
  • Ich sage offen, wo Grenzen liegen – zum Beispiel gelten die DGS-Gebärden nur in Deutschland.

Was andere Anbieter tun, kann ich nicht beurteilen. Ich sage dir nur, wofür ich stehe.

Ist es irgendwann zu spät, mit Gebärden anzufangen?

Nein. Es ist nie zu spät. Alle Kinder mögen Gebärden. Manche lieben die Handbewegungen, andere finden es spannend, Finger zu formen. Besonders reizvoll ist es, wenn du gebärdest, bevor dein Kind spricht oder erst wenige Worte sprechen kann. Dann kann es sich über Gebärden mitteilen, wenn ihm die Worte noch fehlen. Auch Kinder, die bereits sprechen, entdecken Gebärden gerne als eine besondere Art der Verständigung. Jedes Alter ist willkommen.

Wir erziehen zweisprachig – wird das dann nicht zu viel?

Nein. Im Gegenteil: Gebärden können sogar eine Brücke zwischen den Sprachen sein. Du sprichst Deutsch, die andere Person zum Beispiel Englisch – aber ihr zeigt beide die gleiche Gebärde dazu. Das Kind versteht: „Egal welches Wort du sagst, diese Gebärde bedeutet immer das Gleiche.“ Es muss also nicht noch eine weitere Sprache lernen, sondern bekommt ein gemeinsames sichtbares Zeichen dazu. Das entlastet und hilft beim Verständnis.

Muss ich die ganze Gebärdensprache lernen?

Nein. Du lernst nur die Gebärden, die du im Alltag brauchst. Wir verwenden die Gebärden begleitend zum Sprechen – nicht als eigenständige Sprache. Deshalb brauchst du nicht die Grammatik oder alle Regeln der Deutschen Gebärdensprache zu lernen. Es reicht vollkommen, wenn du die wichtigsten Worte des Alltags mit der passenden Gebärde zeigst. Der Rest ergibt sich mit der Zeit von allein.


Meine Bücher helfen dir dabei
Meine Bilderbücher sind eine wunderbare Unterstützung – für zu Hause und in der Kita. Beim gemeinsamen Vorlesen lassen sich ganz natürlich Gebärden zeigen und besprechen. So wächst das Wissen um Gebärden Schritt für Schritt, ohne Druck und auf ganz spielerische Weise. Die Bücher eignen sich gleichermaßen für Eltern und für die Arbeit in der Gruppe.
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Fragen von Kita-Fachkräften

Passen Kindergebärden auch in der Eingewöhnung?

Ja, sehr sogar. Gerade in der Eingewöhnung helfen Gebärden, wenn das Kind noch wenig spricht und sich noch nicht verständigen kann. Sie geben dem Kind eine sichere Möglichkeit, Wünsche und Gefühle zu zeigen – und erleichtern die Verständigung, solange die Beziehung noch wächst.

Wie fangen wir in der Gruppe an?

Beginnt mit wenigen, häufig gebrauchten Gebärden. Zum Beispiel Essen, Trinken, Schlafen, Danke. Wichtig ist: Alle verwenden die gleiche Gebärde aus der Deutschen Gebärdensprache. Es braucht kein Lernprogramm – einfach vorleben und im Alltag verwenden.

Müssen alle Fachkräfte ausgebildet sein?

Nein, nicht unbedingt. Aber es hilft sehr, wenn mindestens eine Person im Haus die Gebärden kennt und vorlebt. Andere lernen dann mit. Ideal ist, wenn sich alle absprechen, damit immer die gleiche Gebärde verwendet wird.

Wie erklären wir es den Eltern?

Am besten ganz offen: Wir verwenden Gebärden aus der Deutschen Gebärdensprache begleitend zum Sprechen. Sie helfen allen Kindern, sich besser verständlich zu machen – besonders denen, die noch nicht sprechen oder andere Sprachen lernen. Es ersetzt nicht das Sprechen, sondern ergänzt es um eine sichtbare Ebene.


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Über diese Inhalte

Auf dieser Seite findest du Antworten auf häufige Fragen rund um Kindergebärden und lautsprachunterstützende Gebärden. Die Inhalte entstehen aus langjähriger Praxis und aus der Beschäftigung mit Gebärden im Alltag mit Kindern.

Ziel ist es, Eltern und pädagogischen Fachkräften einfache und alltagsnahe Wege zu zeigen, wie Gebärden die Kommunikation mit Kindern unterstützen können.

Stand: August 2026

Birgit Butz – Expertin für Lautsprachunterstützende Gebärden

Birgit Butz Kindergebaerden Babyzeichensprache Babygebaerden

Ich bin Birgit Butz und Expertin für Lautsprachunterstützende Gebärden. Auf kindergebaerden.info zeige ich Eltern und Erzieher:innen, wie Kinder frühsprachlich gefördert werden können – mit Gebärden, Reimen und spielerischen Alltagstipps. Mein Ziel: Kinder stärken, ihre Sprache spielerisch entwickeln und Freude am Kommunizieren vermitteln.

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